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07.12.2016 15:15
Alter: 142 days

Klinische Forschung trifft Diagnostik-Industrie: Companion Diagnostics Network und Charité im Matchmaking

 

Immer kürzere Produktlebenszyklen und ein wachsender globaler Wettbewerb machen es  auch für die In-vitro-Diagnostik-Branche notwendig, permanent neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Am Markt sind zunehmend Systemlösungen gefragt, die sich nur durch Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen umsetzen lassen. Um neue diagnostische Entwicklungen aus der klinischen Forschung in die Routine zu überführen, bedarf es daher markt­orientierter Kooperationen von Wissenschaftlern und Diagnostik­herstellern. Je direkter die einzelnen Partner aufeinander zugehen, um so gezielter lassen sich Bedarfe erfassen und darauf zugeschnittene Lösungen mit einem Mehrwert für alle Beteiligten entwickeln.


Um Innovationsbündnisse solcher Art auf den Weg zu bringen, trafen sich Wissenschaftler der Charité Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) sowie Unternehmen, vorwiegend des Companion Diagnostics Network, am 26. Oktober 2016 zum ‚Tag der In-vitro-Diagnostik‘ im CrossOver-Gebäude der Charité in Berlin-Mitte – einer gemein­samen internen Veranstaltung des DiagnostikNet-BB und des Berlin Insitute of Health (BIH) – vertreten durch die Technologietransferstellen der Charité und des MDC. In kurzen Übersichts-vorträgen legten die Industrie- und Klinikpartner dar, welche Kompetenzen sie bieten und suchen, um im anschließenden Matchmaking konkrete gemeinsame Entwicklungsprojekte zu initiieren.

Die inhaltliche klinische Palette war breit gefächert und reichte von den Möglich­keiten, die Liquid Biopsies und die neue Biobank des BIH bieten, über die Translation neuartiger HPV-Screening-Testsysteme in die Anwendung und neuen Methoden der Diagnose, Prävention und Bekämpfung biofilmassoziierter Infektionen bis hin zu neuen Diagnostik-Verfahren in der Nephrologie und bei Patienten mit chronischem Fatigue-Syndrom. Ein Fokus bildete auch die Frage, welche Rolle Tumorveränderungen für die gezielte Therapie spielen und welche diagnostischen Verfahren sich daraus ableiten lassen oder welches Diagnostik-Potenzial etwa Glykane bergen. Alle vorgestellten Projektideen zeichneten sich darin aus, auf Basis neuer Biomarker bedarfsgerechte Diagnostika zu ent­wickeln, um Patienten besser zu diagnostizieren und ihnen eine auf ihre Bedürf­nisse zugeschnittene Therapie zu ermöglichen, Risikopatienten frühzeitig zu ermitteln oder eine Prognose hinsichtlich des Krankheits-/Therapieverlaufs zu stellen.

Die Industriepartner boten ebenfalls eine breite Palette: So stellt die in.vent Diagnostica projekt-orientiert Probenmaterial bereit und unterstützt bei der Durchführung klinischer Studien. Die Firma biotechrabbit liefert eine Bandbreite an Enzymen sowie Reagenzien und bietet Assaysentwicklung und Protein-Produktion an. Die Produktpalette der quartett Immundiagnostica umfasst Peptide und deren Synthese, Protease-Inhibitoren und Cocktail-Kits sowie Reagenzien und Services für die Immunhistochemie, Histologie und Zytologie. Die InVivo Biotech Services wiederum ist erfahren in der Entwicklung von Antikörpern und ELISA-Assays. Letzteres bildet auch die langjährige Kern­kompetenz der Firma CellTrend. Die MEDIPAN entwickelt automatisierte Diagnostik-Testverfahren auf Immunfluoreszenzbasis, die bereits mehrfach ausgezeichnet wurden und Thermo Fisher Scientific ist unter anderem spezialisiert in der Entwicklung von Schnelltests und daher ein idealer Partner bei Point-of-Care-Anwendungen. Die Firma BioTeZ Berlin-Buch indes bietet ausgewiesene Expertise im Bereich des Therapeutischen Drug-Monitorings und entwickelt unter anderem polystreptavidinbasierte Immobilisierungstechniken. Zudem stellten Euroimmun und Epigenomics Ihr Portfolio vor.

Darüber hinaus beleuchtete der Tag der In-vitro-Diagnostik auch relevante Fragen zur Erstattung. Denn erst, wenn ein marktfähiges Produkt zugelassen ist und auch erstattet wird, wird es tatsächlich in der Routine Einsatz finden. Welche Herausforderungen hier bestehen und welche Aspekte man schon früh in der Entwicklung beachten sollte, erklärte Prof. Christian Dierks von DIERKS + BOHLE. Zudem erläuterte Dr. Christina Fritz von der MEDIPAN die Frage, wie sich diagnostische Innovationen wissenschaftlich fundiert am Markt positionieren lassen.

Nicht zu vernachlässigen ist zudem die Vielfalt an Fördermöglichkeiten, die es erlauben, Entwicklungsprojekte finanziell zu unterstützen. Neben dem von Bundes­ministerium für Energie und Wirtschaft finanzierten Zentralen Inno­vationsprogramm Mittelstand (ZIM) bietet das von der Europäischen Union initiierte Programm Horizon 2020 vielfältige Fördermöglichkeiten, wie Dr. Frauke Adams vom DiagnostikNet-BB beziehungsweise Nicole Schröder vom DLR- Projektträger NKS-KMU darlegten. Des Weiteren bieten auch Transferstellen Beratungen an, wie Dr. Jeanette Libera-Körner vom MDC und Dr. Sigrun Szepanski von der Charité zeigten.

So lieferte das Partnering wertvolle Impulse für erfolgreiche Kooperationen, von dem alle Teilnehmer gleichermaßen profitierten. Um die initiierten Kooper­ationen zu vertiefen und neue Projektideen zu diskutieren, wünschen sich die Teilnehmer verstärkt solche Partnering-Events. Die Organisatoren nehmen dies als Ansporn für künftige Aktivitäten und laden schon jetzt herzlich zu weiteren Veranstaltungen ein.

Im Direkt-Austausch: Die Wissenschaftler der Charité Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin legen dar, welche Kompetenzen sie bieten und welche sie seitens der  Diagnostik-Industrie suchen, um marktfähige Produkte zu entwickeln.

 

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Weitere Informationen

Technologietransferstelle Charité

Technologietransferstelle MDC

Berlin Institute of Health

 

Kontakt

Dr. Anke Kopacek

Companion Diagnostics Network
DiagnostikNet-BB
Neuendorfstraße 17
16761 Hennigsdorf

Telefon 03302 55199-15
E-Mail a.kopacek[at]diagnostiknet-bb.de
Web www.companion-diagnostics.eu

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